Die Schulen und Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz sind seit Montag geschlossen. Dies stellt viele Eltern vor das Problem, Beruf und Kinderbetreuung angemessen in Einklang miteinander bringen zu müssen. Für Eltern in systemrelevanten Berufen, siehe unten stehende Liste gelten Ausnahmeregelungen. Wir zusammen müssen alles in unserer Macht stehende tun, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, aber gleichzeitig unser gesellschaftliches Zusammenleben und unsere Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Dies kann nicht funktionieren, wenn nun (fast) alle Eltern zu Hause bleiben, um die Kinder zu betreuen. Sich in einer Notsituation gegenseitig zu helfen, die Kinderbetreuung unter mehreren betroffenen Eltern in Kleingruppen zu organisieren, ist nur eine Möglichkeit. Und: Großeltern sind heutzutage nicht zwangsläufig alte Menschen. Manche können sehr wohl eine Hilfe bei der Kinderbetreuung in Zeiten von „Corona“ sein. Ältere Schüler*innen im Bekanntenkreis, die aufgrund der Schulschließungen nicht zum Unterricht gehen können, wären evtl. auch eine geeignete Betreuungshilfe. Der Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Lasst uns alle zusammenhalten und uns gegenseitig helfen!

 

Der untenstehende Text wurde heute vom Bildungsministerium mitgeteilt.

 

 Für den Landeselternbeirat RLP

 Reiner Schadweiler, Landeselternsprecher RLP

 Schulen, Schülerinnen und Schüler 

 Welche Schulen sind von der Schulschließung betroffen?

 Alle Schulen in Rheinland-Pfalz, unabhängig davon, ob es sich um staatliche, kommunale oder Schulen in privater Trägerschaft handelt.

 Von der Schulschließung ausgenommen sind einige Förderschulen, deren Betreib für die Betreuung und Versorgung besonders beeinträchtigter Kinder und Jugendlicher unverzichtbar ist. Eltern können diese Kinder aber auch zuhause betreuen, wenn sie es wünschen.

 Die ADD hat zu schulorganisatorischen Fragen eine Hotline eingerichtet, diese ist unter der Nummer 0261/20546-13300 von Montag bis Donnerstag, 9.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 16.00 Uhr sowie Freitag von 9.00 – 12.00 Uhr für Schulen erreichbar.

 Wie werden die flächendeckenden Schulschließungen umgesetzt? 

 Ab Montag, den 16. März 2020, bis zum Ende der Osterferien sind die Schulen für den regulären Unterrichtsbetrieb geschlossen. In allen Schulen, außer den vom Gesundheitsamt bereits wegen akuter Fälle geschlossenen, wird eine Notbetreuung angeboten.

 Warum werden die Schulen geschlossen? 

 Mit der Schließung von Schulen soll erreicht werden, dass sich das Coronavirus langsamer verbreitet. Je weniger Sozialkontakte stattfinden, desto weniger Übertragungsmöglichkeiten gibt es.

 Besteht weiterhin Schulpflicht? 

 Die Zeit ab 16.03.2020 ist keine Verlängerung der Osterferien, sondern weiterhin Schulzeit, in der alternative Unterrichtsangebote zur Verfügung gestellt werden (siehe „Pädagogisches Angebot“). Schülerinnen und Schüler sollen diese Angebote nutzen.

 Notbetreuung

 Oberstes Ziel ist, die Verbreitung des Corona-Virus in Rheinland-Pfalz zu verlangsamen. Das gelingt, wenn es möglichst wenig Sozialkontakte zwischen den Menschen gibt. Deshalb sind alle Schulen und Kitas des Landes seit Montag, dem 16. März 2020, für den regulären Betrieb geschlossen.

Die Kinder müssen nun zu Hause betreut werden.

 Wir appellieren an alle Eltern: 

 Es geht jetzt vorrangig darum, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und dafür die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Helfen Sie mit! Schicken Sie Ihre Kinder nicht zur Schule und nicht zur Kita, wenn Sie die Betreuung zuhause sicherstellen können.

 Wenn eine häusliche Betreuung nicht oder nicht die gesamte Zeit möglich ist, können Väter, Mütter und andere Sorgeberechtigte eine Notbetreuung in Kita und Schule in Anspruch nehmen. Die Notbetreuung ist nicht auf bestimmte Altersgruppen oder Klassenstufen beschränkt.

 Die Notbetreuung richtet sich 

 vor allem an Berufsgruppen, deren Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung des Staates und der Grundversorgung der Bevölkerung notwendig sind, und zwar derzeit unabhängig davon, ob ein oder beide Elternteile diesen Berufsgruppen angehören. Zu diesen Gruppen zählen zum Beispiel

  • Angehörige von Gesundheits- und Pflegeberufen,
  • Polizei,

  • Rettungsdienste,

  • Justiz und Justizvollzugsanstalten,

  • Feuerwehr,

  • Lehrkräfte,

  • Erzieherinnen und Erzieher,

  • Angestellte von Energie- und Wasserversorgung

 und auch an berufstätige Alleinerziehende und andere Sorgeberechtigte, die auf eine Betreuung angewiesen sind und keinerlei andere Betreuungslösung finden (Härtefälle).

 Dieser Katalog ist nicht abschließend. Für die Versorgung der Bevölkerung wichtig können auch andere Berufsgruppen, wie beispielsweise Angestellte im Lebensmittelhandel, sein.

 Es wird fortlaufend ausgewertet, wie das Angebot der Notbetreuung an Kitas und Schulen angenommen wird. Derzeit machen die Eltern sehr verantwortungsvoll davon Gebrauch – vielen Dank dafür!

 Sollte sich in der nächsten Zeit zeigen, dass die Nachfrage deutlich steigt, die zu betreuenden Gruppen zu groß werden und dadurch die Sozialkontakte zu stark ansteigen, wird die Landesregierung nachsteuern und die Kriterien für die Inanspruchnahme der Notbetreuung präzisieren und enger fassen müssen.

  Pädagogische Angebote

 Wie können die Schulen das pädagogische Angebot sicherstellen, das für Schülerinnen und Schüler zu Hause gilt?

 Die Lehrkräfte haben jetzt die Aufgabe, die pädagogischen Anforderungen und organisatorischen Notwendigkeiten dieser Ausnahmesituation alters-, unterrichts- und schulartspezifisch zu organisieren. Dabei ist sowohl ein pädagogisches Angebot im Rahmen der Notbetreuung zu erarbeiten und anzubieten als auch für die große Zahl der Schülerinnen und Schüler, die zu Hause bleiben.

 Diese können in analoger Form (z.B. Schulbucharbeit, Arbeitsblätter) vorgelegt und in geeigneter Weise verteilt werden (z.B. an vereinbarten Übergabepunkten). Es können aber auch bevorzugt digitale Unterstützungsangebote genutzt werden. In den Schulen sind unterschiedliche Angebote im Einsatz. Dabei handelt es sich um digitale Lernangebote und Möglichkeiten zum Materialaustausch (z.B. die virtuelle Lernplattform Moodle, die von ca. 470 Schulen genutzt wird; MNS+ als Netzwerklösung ist an 518 Schulen verbreitet; an allen Grundschulen, die am Programm „Medienkompetenz macht Schule“ teilnehmen, gibt es die Grundschul-Box, Mailverteilerlisten etc.).

 Der Unterricht soll mit digitalen Mitteln fortgesetzt werden: Wie kann man sich das konkret vorstellen?

 Die Schulschließungen sind keine Verlängerung der Osterferien. Der Einsatz digitaler Medien kann wesentlich dazu beitragen, den Unterrichtsausfall aufzufangen. Schülerinnen und Schüler erhalten so Gelegenheit zur Vertiefung und Wiederholung, aber auch zur Erarbeitung neuen Stoffs.

 Welche digitalen Kommunikationsmittel sich anbieten, kann nur vor Ort entschieden werden. Das Spektrum reicht von E-Mail bis hin zu virtuellen Klassenräumen auf der Lernplattform Moodle. Sollten alternative Angebote genutzt werden, ist darauf zu achten, dass die Datenverarbeitung im Auftrag der Schule erfolgt. An dem Angebot wird bereits vom Pädagogischen Landesinstitut (PL) in Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht gearbeitet. Das Pädagogische Landesinstitut hat bereits eine Hotline und eine gesonderte E-Mail-Adresse zur Beratung von Schulen eingerichtet, die während der Schließung entsprechende Angebote unterbreiten möchten (Telefonnummer 0261/9702-900 und -500, E-Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

 Wie wird sichergestellt, dass jeder oder jede ein Gerät hat, um den digitalen Unterricht zu nutzen?

 Wir gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler bzw. Eltern oder Sorgeberechtigte über entsprechende Endgeräte verfügt. Wo das nicht der Fall ist, sind herkömmliche Kommunikationswege wie z.B. Telefon oder Briefversand geeignete Alternativen.

 Prüfungen, Praktika und Ausbildung 

 Was passiert mit den Abschlussprüfungen? 

 Oberstes Ziel ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler an allen Schularten faire Bedingungen erhalten und niemand durch die jetzige Situation benachteiligt wird.

 Abiturprüfungen und sonstige Abschlussprüfungen werden in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern grundsätzlich wie geplant durchgeführt. Insbesondere die Prüfungen für das mündliche Abitur können planmäßig ab dem 16. März stattfinden. Schulen, die diesen Termin aus organisatorischen Gründen nicht halten können, können die Prüfungen verschieben. Allen Schülerinnen und Schülern wird ermöglicht, ihre Prüfung abzulegen, ggf. auch zu einem späteren Zeitpunkt. Die Schulen haben die Abiturientinnen und Abiturienten über den Zeitpunkt für die mündliche Prüfung informiert.

 Warum können Prüfungen stattfinden, besteht nicht eine Infektionsgefahr?

 Sowohl bei mündlichen als auch bei schriftlichen Prüfungen kann durch geeignete Maßnahmen (z.B. Abstand zwischen den Tischen und zur Prüferin/zum Prüfer, Einhalten der Hygienestandards) sichergestellt werden, dass Schülerinnen und Schüler durch die Teilnahme an der Abiturprüfung kein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Die Schulen sind über die Maßnahmen, die sie treffen müssen, bereits von der Schulaufsicht schriftlich informiert worden.

 Wie wird mit fehlenden Leistungsnachweisen umgegangen?

 Etwaige Sonderregelungen zu Abschlussprüfungen oder Leistungserhebungen, die aufgrund des Unterrichtsausfalls nötig werden, werden derzeit erarbeitet.

 Die Schulen werden durch die Schulaufsicht informiert. Die Informationen werden auch auf der Homepage des Ministeriums für Bildung eingestellt.

Wie können sich Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen auf ihre Prüfungen vorbereiten?

 Den Schülerinnen und Schülern soll durch die jetzige Situation kein Nachteil entstehen.

 Schülerinnen und Schüler, die sich auf Abschluss- oder Abiturprüfungen vorbereiten, werden bei der Bearbeitung von Unterrichtsmaterialien etc. von ihren Lehrkräften im Rahmen der üblichen Unterrichtszeiten weiter unterstützt, etwa via E-Mail, Telefon, oder über die Lernplattformen.

 Weiterführende Informationen werden den Schulen und der Öffentlichkeit schnellstmöglich auf der Homepage des Ministeriums für Bildung (einschließlich Bildungsserver) und der ADD zur Verfügung gestellt.

 Haben die rheinland-pfälzischen Abiturientinnen und Abiturienten später Nachteile zu befürchten?

 Nein. Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland haben in ihrer Sitzung am 12.3.2020 bereits vereinbart, dass die Abiturprüfungen gegenseitig anerkannt werden, auch wenn von Land zu Land ggf. Sonderregelungen bei der Abiturprüfung notwendig sein werden. Ob darüber hinaus weitere Sonderregelungen zu treffen sind, wird derzeit geprüft. Die Wissenschaftsministerien der Länder haben zugesichert, dass auch die Fristen für die Zulassung für das Studium ggf. verlängert werden.

 Müssen Auszubildende weiter in ihren Ausbildungsbetrieb, wenn die Berufsschule geschlossen hat?

 Dies entscheidet der jeweilige Arbeitgeber in Zusammenhang mit dem zuständigen Gesundheitsamt.

 Finden Schüler-, Betriebspraktika sowie die fachpraktische Ausbildung an der FOS weiterhin statt?

 Betriebspraktika von Schülerinnen und Schülern der Fachoberschulen finden weiter statt.

 Tagespraktika, Blockpraktika sowie der Praxistag können in Abstimmung zwischen dem BSO-Koordinator und dem Praxisbetrieb weiter stattfinden. Praktika in Krankenhäusern sowie Senioren- und Pflegeheimen finden aus Infektionsschutzgründen nicht statt.

 Klassen-, Kurs- und Schulfahrten

 Können solche Fahrten stattfinden

 Bis zum Ende der Osterferien können Klassen-, Kurs- und Schulfahrten nicht stattfinden. Angesichts der Dynamik der Entwicklung rund um den Corona-Virus ist nicht zu erwarten, dass danach unmittelbar eine Entspannung der Lage eintritt. Fahrten dürfen daher erst dann gebucht werden, wenn die Schulaufsicht Entsprechendes mitteilt. Dies gilt auch für Fahrten ins Inland und innerhalb von Rheinland-Pfalz.

 Wer übernimmt ggfs. Stornokosten?

 Für stornierte Reisen in Risikogebiete werden die Stornokosten vom Ministerium für Bildung übernommen. Für alle anderen Reisen wird derzeit eine Regelung geprüft.

 Andere Veranstaltungen

 Können Abiturfeiern oder vergleichbare Veranstaltungen/Feste stattfinden?

 Solange die Schulen geschlossen sind, wird es keine schulischen Veranstaltungen geben.

 Bei privat organisierten Feiern ist zu berücksichtigen, dass die Landesregierung sämtliche Veranstaltungen, an denen mehr als 75 Personen teilnehmen, am 13.03.2020 verboten hat. Sofern an einer Veranstaltung bis zu 75 Personen teilnehmen sollen, sollten die Veranstalter streng prüfen, ob die Veranstaltung wirklich erforderlich ist oder ob sie nicht auch später stattfinden kann. Letzteres ist bei Abiturfeiern grundsätzlich anzunehmen.

 Für Eltern mit Kleinkindern!

 Kindertagesstätten

 Grundsätzlich sind alle Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz für den Regelbetrieb geschlossen und nur für eine Notbetreuung offen zu halten. Diese richtet sich vor allem an Berufsgruppen, deren Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung des Staates und der Grundversorgung der Bevölkerung notwendig sind, wie z.B.

  Angehörige von Gesundheits- und Pflegeberufen,

 

Polizei,

 

Rettungsdienste,

 

Justiz und Justizvollzugsanstalten,

 

Feuerwehr,

 

Lehrkräfte,

 

Erzieherinnen und Erzieher,

 

Angestellte von Energie- und Wasserversorgung,

 

oder berufstätige Alleinerziehende und andere Härtefälle, die keine andere Betreuungslösung haben.

 Wir bitten alle Eltern, verantwortungsvoll von diesem Angebot Gebrauch zu machen und die Kinderbetreuung vorrangig zuhause sicherzustellen. Es geht darum, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und dafür die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken.

 Das LSJV hat eine Hotline zu Fragen der Kinderbetreuung eingerichtet. Diese ist unter der Nummer 06131 967 500 von Montag bis Freitag von 8 - 18 Uhr und am Samstag und Sonntag von 10 - 15 Uhr erreichbar.

 Kindertagespflege

 Kindertagespflege kann weiterhin stattfinden.

 Mit freundlichen Grüßen,

Reiner Schladweiler, Landeselternsprecher RLP