Überprüfung unseres Schulverpflegungskonzepts im Rahmen des „Runden Tisch“ am 29.10.2018

 

zur Re-Auditierung

 

 

 

1. Einleitung

 

Unsere Grundschule Bolanden-Dannenfels besteht aus 2 Standorten in Bolanden und in Dannenfels. Beide Standorte sind Schwerpunktschule (seit 2003) und Ganztagsschule (seit 2007) mit insgesamt knapp 150 Kindern. An beiden Standorten werden die Kinder in jahrgangsübergreifenden Klassen (1-4) unterrichtet. Während die Ganztagskinder in Dannenfels am Nachmittag in einer Gruppe von knapp 20 Kindern zusammengefasst sind, unterrichten wir in Bolanden zwei Halb- und drei Ganztagsklassen, bei denen der Nachmittag ebenfalls Klassenunterricht ist. Seit 2012 ist der Schule durch einen Anbau eine Küche mit Mensa angeschlossen, von wo aus der Koch D. Fuhrmann mit Küchenteam für den Standort Bolanden direkt frisch kocht, den Standort Dannenfels seit 2014 mit frischem Essen beliefert, sowie weitere umliegende Kitas und Grundschulen (Summe Warmanlieferung 100 Essen, täglich ca. 170 Essen). Es werden also aktuell im Sj 2018/19 57 + 17 (Bo + Da) Essen vor Ort verzehrt.

 

 

 

2. Ziele

 

• Familiäre, gemütliche und angenehme Essensatmosphäre (Wertigkeit einer gemeinsamen Mahlzeit stärken)

 

• Ausgewogenes Speisenangebot mit vielen frischen und regionalen Produkten

 

• Verbindung zwischen dem täglichen Mittagessen und entsprechenden Unterrichtseinheiten

 

• Vermittlung einer angemessenen Essenskultur

 

• Nachhaltige Ernährungsbildung

 

• Bewusstes Trinken schulen (Wasserspender steht die gesamte Zeit über bereit)

 

• Kennen lernen vielfältiger Lebensmittel und Zubereitungsmöglichkeiten

 

• Spaß an der eigenen Zubereitung von Speisen anbahnen

 

• Regelmäßige Reflektion, Evaluation und Weiterentwicklung am Runden Tisch der Schulverpflegung unter Einbeziehung der Mitglieder des Kinderparlaments (selbstbewusste Mitverantwortung der Vertreter der Klassen)

 

• Einbeziehung der SchülerInnen durch Mitsprache und Reflexion bei vielen Bereichen der Schulverpflegung

 

 

 

 

 

 

 

3. Zielgruppen

 

Zielgruppe ist unsere Schülerschaft in Bolanden und Dannenfels, knapp 150 Kinder der 1. bis 4. Klasse. Die Mittagsverpflegung bezieht sich vorrangig auf unsere Kinder der Ganztagsklassen in Bolanden und der Ganztagskinder in Dannenfels. Die Ganztagsklassen in Bolanden gehen geschlossen nacheinander zum Essen in 3 Schichten (= 3 jahrgangsgemischte Klassen). Die Gruppe der Ganztagskinder in Dannenfels nimmt als Gruppe gemeinsam das Essen ein.

 

4. Verpflegungsangebot

 

Bei uns wird frisch vor Ort nach den Qualitätsstandards des DGE gekocht. Unsere Ganztagskinder erhalten von Montag bis Donnerstag ein Mittagessen mit Getränk. Ein Wasserspender steht in Bolanden ganztägig bereit, sodass sich alle Kinder (Ganz- und Halbtagskinder) jederzeit hier bedienen können.

 

Ergänzung: Der Wasserspender wird von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen. Die Trinkmenge der Kinder hat sich sichtbar gesteigert, was bei der Wartung deutlich wird (immer Sommer ca. 1000 l Verbrauch, im Winter 600 l).

 

Änderungen: Die geplante Anschaffung größerer Glasflaschen für die verschiedenen Klassenzimmer wurde verworfen, da die Rückmeldungen aus der Schülerschaft zeigten, dass die Kinder ihre individuellen Flaschen zum Trinken bevorzugen und diese bei Bedarf am Wasserspender nachfüllen.

 

In Dannenfels werden zur warmen Essenslieferung Wasserflaschen geliefert. In Dannenfels essen alle Kinder gemeinsam nach dem Unterrichtsschluss der Klassenstufe 3 und 4 (12.45 h – 13-15 h), bevor sie anschließend in die Mittagspause gehen. Die drei Bolander Ganztagsklassen gehen nacheinander geschlossen zum Essen, jeweils um eine halbe Stunde versetzt. Die erste Gruppe beginnt um 12 h, die zweite um 12.30 h, die dritte um 13 h. Reicht die halbe Stunde einem Kind nicht aus, kann es natürlich länger in der Mensa beim Essen verweilen. Im Anschluss hat jede Klasse ihre Mittagspause. In Dannenfels wird in der Schulküche gegessen. Die freundliche und den Bedürfnissen der Kinder angepasste Gestaltung ist uns wichtig. Die Mensa in Bolanden gefällt durch die moderne Möblierung und die hellen, mit farbigen Bildern geschmückten Wände. Eine durchgehende Fenstertürseite bringt Licht in den Raum und schafft Sicht sowie Zugang zum Schulgelände. Die Verwendung frischer Lebensmittel mit möglichst hohem regionalem Anteil ist erklärte Absicht und praktizierte Vorgehensweise des Küchenleiters. Ein angelegter Kräutergarten hinter der Küche ermöglicht die saisonale Verwendung in den angebotenen Speisen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden ernst genommen, d.h. aufgrund gemachter Angaben zu Unverträglichkeiten oder muslimischer Ernährung werden gesonderte Speisekomponenten in der Küche hergestellt. Auch bei Kindern mit Diabetes achten wir auf entsprechendes Abwiegen und Berechnen der eingenommenen BE (Broteinheiten). Der verantwortungsbewusste Umgang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Kinder reicht bis in die Betreuungsebene in der Mensa, das Betreuungspersonal achtet darauf bei der Ausgabe der Speisen.

 

Ergänzung: Auch auf individuelle Essgewohnheiten und Vorlieben wird in einem verantwortungsvollem Maße Rücksicht genommen. So wird darauf geachtet, dass - sofern es das Gericht mit einem noch zumutbaren Mehraufwand zulässt - verschiedene Komponenten möglich getrennt voneinander serviert werden. Dies lädt die Schüler dazu ein, die Speisen auf ihrem Teller nach den eigenen Vorlieben zu kombinieren (bspw. wird die Sauce in einem extra Gefäß getrennt vom Fisch serviert, die Spätzle sind separiert von den Zwiebeln, der Käse steht zum Bestreuen nach eigenem Belieben bereit, die Hamburger dürfen selbst belegt werden).

 

Des Weiteren wurde ein regelmäßiges Salatbuffet von den Schülern gewünscht und soll verlässlicher Bestandteil des Speiseplans werden.

 

Dies ist durch die noch überschaubare Anzahl der Essenskinder möglich. Die Ausgabe der Speisen erfolgt weitgehend durch das Tisch-Schüssel-Prinzip oder durch direkte Ausgabe. All unsere Ganztagskinder nehmen uneingeschränkt am Mittagessen teil. Die Abrechnung erfolgt pauschal monatlich (Schulzeit auf 12 Monate umgerechnet) durch den Träger, die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden. Dadurch sind planungsungünstige Schwankungen herausgenommen. Neben Schulleitung M. Schler und Küchenchef D. Fuhrmann sind Frau Köhr und Frau Müller als Verpflegungsbeauftragte unserer Schule diesbezüglich Ansprechpartner für alle Belange.


 

 

5. Pädagogisches Konzept

 

In der freundlich, offen wirkenden Mensa nehmen die Ganztagsschüler klassenweise ihr Essen in Gruppen an 6er-Tischen ein. Diese familiäre Situation und gemeinsame Einnahme einer Mahlzeit kennen nicht mehr alle Kinder aus dem privaten Umfeld. Dies stellt somit für uns eine sehr wichtige Komponente im Ganztag dar, die gleichzeitig eine Verbesserung des Essverhaltens auch durch die Rückmeldung durch MitschülerInnen und Lernbegleiter anbahnen soll (z.B. Hinweis auf unappetitliches Verhalten). Seit Juni 2013 ist bei der Essenseinnahme in Bolanden das Tisch-Schüssel-System eingeführt. Dabei wird zum einen die Selbstständigkeit der Kinder geschult. Das Tisch-Schüssel-System sorgt aber vor allem für eine familiäre Atmosphäre beim Essen und trainiert Sozialkompetenzen (aufteilen, nachfragen, nachholen und Selbsteinschätzung, …). Auch die Möglichkeit des eigenständigen Kombinierens der Speisen nach eigenen Vorlieben wird durch das Tisch-Schüssel-Prinzip geschaffen. Vor dem Essen sprechen unter Anleitung der Betreuungsperson alle Kinder an beiden Standorten gemeinsam einen Tischspruch. Nicht nur Begleitpersonal, das bei der Essensverteilung und Organisation unterstützt, ist in der Grundschule Bolanden Programm. Auch dass in jeder der drei Schichten die Schülergruppe gemeinsam mit einem Lernbegleiter der Klasse die Mittagsverpflegung einnimmt, trägt maßgeblich zu einer förderlichen Essatmosphäre bei. An eine angemessene Lautstärke während des Essens erinnern sich die Kinder gegenseitig. Wir animieren die Kinder dazu, neue Speisen zu probieren, jedoch ohne sie dazu zu zwingen. Bei der eigenen Portionierung unterstützen wir die Kinder dabei, ihren Hunger angemessen einzuschätzen und sich ggf. einen Nachschlag zu holen, um Lebensmittelreste zu vermeiden. Sind die Schüsseln auf dem eigenen Tisch leer, wird dies mit Nachbartischen kommuniziert, um evtl. dortige Reste zu verbrauchen. Wichtig ist uns dabei jedoch trotzdem, kein Kind zum Essen zu zwingen, auch nicht, wenn es sich zu viel genommen hat. Hier achten wir lieber zukünftig gemeinsam auf kleinere Portionen. Die Gestaltung der Mensa ist geprägt von farbenfrohem, kinderfreundlichem Mobiliar. Pflanzen schmücken Fensterbänke und den Raum. Die Bilder an den Wänden wurden von den SchülerInnen erstellt. Tischdecken sorgen für Gemütlichkeit und dienen der Schalldämpfung. Über die Auswahl des Motives bzw. der Farbe stimmte die Schülerschaft ab. Klassen und Kleingruppen übernehmen partiell die saisonale Gestaltung des Raumes, achten jedoch vor allem darauf, den Raum nicht optisch zu überladen. Neben der Mittagsverpflegung nehmen wir am Schulobstprogramm teil. Auch der Verkauf von Schulmilch und –kaba findet bei uns statt. Im Rahmen der Elternarbeit wird zukünftig einmal im Monat während einer großen Pause eines Freitagvormittages ein gesundes, kostenfreies Frühstück für alle Kinder angeboten. Die Teilnahme am Tag der Schulverpflegung wird auch zukünftig für unsere beiden Standorte selbstverständlich sein. Hierzu bieten sich je nach Thema und Jahresplanung unterschiedliche Intensität an, sodass wir in der Vergangenheit jedes zweite Jahr eine Projektwoche mit dem Thema füllten. Dabei steht die Vernetzung mit der Mensa und des aktuellen Speiseplanes an zentraler Stelle. Nachhaltige Ernährungsbildungsmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Lerninhalte und werden daher selbstverständlich in jedem Schuljahr im Rahmen des Sachunterrichts aufgegriffen. In jeder Klasse wird während der vier Grundschuljahre entweder das ABC der Lebensmittel oder der Ernährungsführerschein erarbeitet. Jedes Klassenteam kann im Rahmen ihrer Unterrichtsarbeit jährlich aus folgenden Projekten wählen: - Kartoffelanbau (Kids an die Knolle) und Erarbeitung der Kartoffelwerkstatt (Theorie) - Unterrichtsthema „Vom Acker zum Bäcker“ in Form einer Werkstatt - Unterrichtsthema „Von der Kuh in den Kühlschrank“ in Form einer Werkstatt - Werkstattbereiche zum Ernährung („Ach du Sch…“, Herbst-Werkstatt: Erntezeit, Die Obstwerkstatt) - … oder ggf. werden die Themen des Tages der Schulverpflegung zu einer größeren Unterrichtseinheit ausgeweitet - in jeder Klasse werden mind. 1x im Vierteljahr Speisen zubereitet (kalte Speisen, Gebackenes oder Gekochtes). Auf unserem Schulgelände in Bolanden befinden sich ein Apfelbaum und eine Kräuterschnecke. Beides wird zur weiteren Verwertung zusammen mit den Kindern genutzt (Apfelmus, Apfelsaft, Kräutertee, Brotaufstrich, …) Durch die Möglichkeit der unmittelbaren Kommunikation zwischen Schule und Küchenpersonal wird versucht, erarbeitete Erkenntnisse zum Thema Ernährungsbildung in die Schulverpflegung zu integrieren. Auch innerhalb des Kinderparlamentes, in Vollversammlungen und in den Dienstbesprechungen des Kollegiums wird die Schulverpflegung immer wieder thematisiert und weiterentwickelt.

 

 

 

 

 

6. Kommunikation und Partizipation

 

Der „Runde Tisch der Schulverpflegung“ ist eine feste Institution, die auch zukünftig mindestens einmal pro Halbjahr oder nach Bedarf tagt. Sie umfasst Vertreter aller Mitglieder der Schulgemeinschaft: Schulträger, Schulleitung, LehrerInnen beider Standorte, SchülerInnen, Eltern, Koch, Küchen- und Mensapersonal. Die Kinder der Ganztagsklassen werden in die Gestaltung der Mensa und zeitweise in die der Speisepläne einbezogen (s. o.).

 

Änderung: Hierzu wird ein Briefkasten in der Mensa installiert werden, der den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, Essenswünsche, Kritik und Vorschläge zu äußern. Werden Vorschläge aus der Schülerschaft in den Speiseplan aufgenommen, sollen diese künftig dort als „Wunschessen“ gekennzeichnet werden.

 

Sowohl im Kinderparlament als auch am Runden Tisch bringen die Vertreter die Belange und Wünsche ihrer MitschülerInnen vor und werden in den Prozess der Weiterentwicklung einbezogen. Die regelmäßig stattfindenden „Kundenbefragungen“ werden am Runden Tisch besprochen und deren Auswertung dokumentiert und zur Weiterentwicklung genutzt.

 

Änderung: In der Vergangenheit fanden die Kundenbefragungen wie folgt statt: Über eine aufgestellte Tafel oder ein Flipchart in der Mensa wurden Rückmeldungen zu den Bereichen Essensangebot, Essensqualität, Hygiene, Raumgestaltung und Atmosphäre gesammelt. Es wurden bis zu drei Fragen pro Tag notiert, worauf die direkte Rückmeldung der Kinder über ein Smiley-System erfolgte. Als Neuerung ist nun eine Abfrage geplant, die aktiv, handelnd, anonym und kontinuierlich erfolgen soll. Die Abfrage erfolgt stets in der ersten Schulwoche eines jeden Kalendermonats und erstreckt sich über vier Essenstage. An jedem Tag steht eine zentrale, ausgewählte Frage im Vordergrund, die auf einer Tafel notiert wird (Beispielsweise: „Wie hat dir heute das Salatdressing geschmeckt?“, „Wie wohl hast du dich während der Mahlzeit an deiner Tischgruppe gefühlt?“). Jeder Schüler, der am Essen teilnimmt, erhält einen Muggelstein, den er beim Verlassen der Mensa in einen von vier Behältern (ausgezeichnet – gut- mittel- nicht gut) wirft. Durch diese anonyme Art der Abfrage wird die Beeinflussung durch Mitschüler verringert, der zügige Ablauf und Wechsel der Essensgruppen wird nicht gestört und die Bewertung ist auch für Schulanfänger schon gut umsetzbar. Eigene Ideen in Bezug auf neue Bewertungsfragen von den Kindern sind willkommen. Die Auswertung und Darstellung selbst nehmen Kinder des Parlamentes mit pädagogischer Hilfestellung vor.

 

Alle Teilnehmer des Runden Tischen nehmen abwechselnd individuell, aber auch gemeinschaftlich ein Probeessen ein, welches sie nach den vorgegebenen Kriterien bewerten. Diese Auswertung findet sich ebenfalls am Runden Tisch. Die Mitglieder der Elternschaft haben – zur Verbesserung der Transparenz – nach Vorankündigung ebenso die Möglichkeit, zur Probe an einem Mittagessen teilzunehmen. Neben dem Aushang des Speiseplanes an der Tür zur Mensa wird dieser regelmäßig auf der Homepage der Schule (www.grundschule-bolanden-dannenfels.de) gestellt. Über die Teilnahme am Tag der Schulverpflegung oder Projekte in diesem Bereich berichten wir hier. Aushänge an den Schultüren geben selbstverständlich Auskunft darüber, welche Projekte aus diesem Bereich derzeit bei uns durchgeführt werden. Zu jedem Schuljahresbeginn werden alle Eltern nach Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten ihrer Kinder befragt, sodass uns diese schriftlich vorliegen. Die Verpflegungsbeauftragten Frau Müller und Frau Köhr, der Koch Herr Fuhrmann und Teile des Küchenpersonals nehmen regelmäßig an Fortbildungen und Schulungen rund um das Thema Essen und Schulverpflegung teil.

 

7. Zusammenarbeit und Weiterentwicklung

 

Mitglieder des SEBs bzw. aus der Elternschaft an sich und der Förderverein der Grundschule Bolanden-Dannenfels haben uns bereits in der Vergangenheit im Bereich der Schulverpflegung unterstützt. So wurde erst die Anschaffung des Wasserspenders in Bolanden und dessen Unterhaltung möglich. Auch weiterhin werden wir Elternschaft und Förderverein in den Bereich der Schulverpflegung mit einbeziehen, um deren Ideen und Vorschläge bei der Weiterentwicklung aufnehmen zu können. Über die regelmäßige Fortführung des Runden Tisches samt Kundenbefragungen und Probeessen und die Beteiligung der Schülerschaft und deren Wünsche und Anliegen wird die Weiterentwicklung des Verpflegungsangebotes im Blick behalten und gesichert.

 

 

Stand 08.11.2018